Beim Bearbeiten kann man sich leicht verlieren. Man schiebt hier einen Regler, dort einen anderen, und nach einer halben Stunde weiß man nicht mehr, was das Bild ursprünglich war. Eine feste, kurze Reihenfolge hilft dagegen. Sie ist so kurz, dass man sie sich merken kann, und so fest, dass man nicht jedes Mal neu nachdenken muss. Sie spart Zeit, macht die Ergebnisse vergleichbar und verhindert, dass man am Ende mehr verschlimmbessert als verbessert.
Schritt für Schritt vom Groben zum Feinen
Zuerst kommt der Bildausschnitt. Richte den Horizont gerade und schneide alles weg, was nicht zum Motiv gehört. Wenn du zuerst das Licht bearbeitest und danach zuschneidest, musst du es oft noch einmal anpassen, weil sich der Eindruck des Bildes verändert hat. Der Ausschnitt entscheidet, was das Bild erzählt, deshalb gehört er an den Anfang.
Danach folgt das Licht. Prüfe, ob das Bild zu dunkel oder zu hell ist, und hole Details aus den Schatten oder den hellen Stellen, wenn nötig. Kleine Schritte reichen meist. Erst wenn die Helligkeit stimmt, lohnt sich der Blick auf die Farben. Zu gelbe oder zu blaue Bilder gleichst du aus, und danach kannst du, wenn es gut aussieht, die Farben etwas kräftiger machen.
Zum Schluss kommen die Feinheiten. Ein wenig Schärfe, ein kleiner Eingriff, um einen störenden Fleck zu entfernen, vielleicht ein sanfter Rand. Mehr braucht es selten. Höre auf, sobald du das Gefühl hast, dass das Bild gut ist. Wer weitermacht, obwohl es schon stimmt, zerstört meist eher etwas, als dass er etwas gewinnt.
Ein Tipp für viele Bilder aus derselben Situation: Bearbeite zuerst nur ein einziges Foto und wende dieselben Schritte danach auf die übrigen an. Kontrolliere jedes Bild kurz, denn das Licht ist selten ganz gleich. So sparst du Zeit und erhältst eine Serie, die zusammenpasst. Wenn du müde wirst, mach eine Pause, denn müde Augen sehen Farben nicht mehr zuverlässig.
Zum Abschluss vergleichst du Vorher und Nachher. Ist das Bild wirklich besser, oder nur anders? Leg das Telefon zur Seite und sieh dir das Ergebnis eine Stunde später noch einmal an. Bewahre immer das Original auf, damit du zurückgehen kannst. Wer diese Reihenfolge einige Male wiederholt, braucht sie bald nicht mehr nachzulesen, weil sie zur Gewohnheit geworden ist.