Wer ein hohes Gebäude aus der Nähe fotografiert, kennt das Problem: Die Wände scheinen nach hinten zu kippen, als würde das Haus gleich umfallen. Das passiert, weil man die Kamera nach oben neigen muss, um alles ins Bild zu bekommen. Die senkrechten Linien laufen dann oben zusammen. In Städten mit Kirchtürmen, in engen Gassen und vor Burgen begegnet einem das ständig, doch es lässt sich zum Glück gut verbessern.
Schon beim Fotografieren vorbeugen
Am einfachsten ist es, gar nicht erst schräg zu fotografieren. Gehen Sie ein paar Schritte zurück, halten Sie das Telefon möglichst senkrecht und nehmen Sie lieber etwas mehr Umgebung mit auf, als Sie eigentlich möchten. Den überflüssigen Rand können Sie später wegschneiden. Wenn Sie die Möglichkeit haben, suchen Sie sich eine erhöhte Position, zum Beispiel eine Stiege oder einen Brunnenrand, um die Neigung zu verringern.
In der Bearbeitung finden Sie meist ein Werkzeug für die Perspektive. Es hat Regler für senkrechte und waagrechte Linien. Ziehen Sie den senkrechten Regler langsam, bis die Kanten des Hauses gerade stehen. Nehmen Sie eine Türkante oder eine Regenrinne als Maßstab. Das Bild wird dabei ein wenig gestreckt und an den Rändern abgeschnitten, deshalb ist es gut, wenn Sie beim Fotografieren genug Platz gelassen haben.
Übertreiben Sie es nicht. Ein Turm, der vollkommen gerade steht, kann steif wirken, und manchmal ist ein bisschen Neigung sogar richtig, weil sie zeigt, wie hoch das Gebäude ist. Gerade bei Kirchtürmen und alten Mauern gehört diese Wirkung zum Charakter. Entscheiden Sie nach Gefühl: Sieht das Bild ruhig aus, oder fällt Ihnen sofort auf, dass etwas nicht stimmt? Ein zweiter Blick am nächsten Tag hilft dabei sehr.
Achten Sie auch auf die Umgebung. Wenn Sie ein Haus gerade rücken, kippen manchmal Bäume, Straßenlaternen oder das Nachbarhaus scheinbar zur Seite. Prüfen Sie, ob das Gesamtbild noch stimmt, und schneiden Sie notfalls nach. Ein leicht angepasstes Bild, bei dem niemand den Eingriff bemerkt, ist das beste Ergebnis. Speichern Sie eine Kopie, damit das Original erhalten bleibt, und probieren Sie ruhig verschiedene Stärken aus, bevor Sie sich festlegen.